Der Cassettenrecorder

Über den Cassettenrecorder

Als Weiterentwicklung des Tonbandgeräts wurde 1963 von der Firma Phillips der Kassettenrecorder mit den zugehörigen Kassetten erfunden. Hierbei handelt es sich um ein Tonband, dass zur einfacheren Handhabung von einem Kunststoffgehäuse umgeben ist. Das erste Modell war der EL 3300, welcher sowohl mit Strom als auch mit Batterie betrieben werden konnte und für bereits 299 DM zu haben war.

Ursprünglich war der Kassettenrecorder als Diktiergerät gedacht, jedoch setzte er sich auch bald als Speichermedium für Musik durch. Denn mit dem Kassettenrecorder war es durch das eingebaute Mikrofon auch möglich, Musik von Radiosendern, Schallplatten und Fernsehsendern aufzunehmen, eine Möglichkeit, die vor allem von Jugendlichen sehr stark genutzt wurde, da es eine besonders günstige Art und Weise war, an die Lieblingshits zu kommen.

Zunächst waren die Kassettenaufnahmen noch etwas verrauscht, doch mit dem technischen Fortschritt der Magnetbänder und der Verwendung neuer Beschichtungen  verbesserte sich auch die Klangqualität der Compact Cassette. 1968 trug die Dolby-B-Rauschunterdrückung wesentlich dazu bei, dass das Rauschen der Kassetten nur noch kaum merklich vorhanden war. Schon bald gab es auch Kombigeräte mit Radio.

Mit der Qualitätssteigerung der Kassetten war es bald auch möglich, Kassetten mit Freunden und Bekannten zu tauschen und zu kopieren, wobei jedoch die Qualität mit jeder Kopie etwas nachließ. Hierdurch fühlte sich die Musikindustrie stark in ihrer Existenz bedroht und kam mit Kampagnen wie “Home Taping Is Killing Music” auf. Eine Regelung wegen der Urheberrechte konnte jedoch nicht gefunden werden.

1968 brachte Phillips wieder eine Sensation auf dem Markt, die sich großer Beliebtheit erfreute: Der Kassettenspieler und Radio für das Auto. 1979 wurde mit dem ersten Walkman der Firma Sony ein weiterer Schritt getan, und nun war es möglich, seine Musik wirklich überall hin mitzunehmen.

Durch die fortschreitende Technik wurde der einst so beliebt Kassettenrecorder immer mehr vom Markt verdrängt.  Jedoch ist er in den meisten Haushalten und Autos noch vorhanden, und gerade für Kinder eignet er sich wegen seiner Robustheit noch immer vorzüglich. In Schwellen- und Entwicklungsländern ist er weiterhin die meistgebrauchte Form der Musikwiedergabe.