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Dresden ist nicht nur eine Stadt der Kunst und Kultur - auch bedeutende Erfindungen wurden hier gemacht. In fast jedem
Autoradio zum Beispiel steckt heute ein Kassettenabspielgerät, das auf einem Prinzip beruht, das in den 20er Jahren von
dem Ingenieur Fritz Pfleumer (1881-1945) in Dresden entwickelt wurde.
Schon um 1900 hatte man begonnen, Töne mittels magnetischer Verfahren zu speichern. Verwendet wurden dazu Stahldrähte
und später dünne Stahlbänder. Sie waren der damals üblichen Aufnahme von Musik durch Schneiden auf Wachs- oder
Folienplatten vor allem dadurch überlegen,
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dass man sie wegen ihrer geringeren Empfindlichkeit gegen Erschütterungen
auch in transportablen Reporterwagen verwenden konnte. Entscheidende Nachteile der Stahlbänder waren jedoch, dass
man sie wegen ihrer Unhandlichkeit nicht zum Anlegen von Archiven verwenden konnte, und dass an Stellen, an denen die
Bänder mittels einer Lötlampe zusammengeschweißt wurden, die magnetischen Eigenschaften durch Ausglühen verloren
gingen.
1928 überraschte der Dresdner Ingenieur Fritz Pfleumer die Fachwelt durch Vorführungen eines von ihm gebauten
Tonbandgerätes. Pfleumer nahm das mit Metallpulver beschichtete Papierband aus dem Gerät, zerriss es in Stücke
und klebte die Stücke dann mit Cobesan (etwa dem heutigen Uhu-Kleber vergleichbar) wieder zusammen. Als er das
Band erneut abspielte, hörte es sich - bis auf einige knackende Geräusche an den Klebestellen - wieder an wie vorher.
Das Tonband, das man "cutten" konnte, war erfunden. |
Dabei war Fritz Pfleumer, der am 20. März 1881 in Salzburg geboren wurde und seit 1898 in Dresden lebte, nicht
unbedingt ein Mann vom Fach. Wer ihn eigentlich zur Erfindung eines Tonaufzeichnungsverfahrens anregte, ist bis
heute nicht geklärt. Die Beschichtung von Papier mit Metall war ihm jedoch bestens vertraut, beschäftigte er sich doch
in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre mit der Entwicklung von Maschinen für das Aufdrucken von Goldmundstücken
auf Zigarettenpapier. |
Pfleumer meldete seinen neuen Tonträger, der den herkömmlichen Verfahren der Magnetaufzeichnung so überlegen
war, zum Patent an. Bald interessierte sich auch die Industrie dafür. Der Ingenieur verkaufte seine Erfindung Anfang
der dreißiger Jahre an die AEG. War das Stahlband noch zu unhandlich und steif gewesen, zeigte sich aber bald,
dass Papier vorteilhafter war. Es war jedoch empfindlich gegen Feuchtigkeit war und riss auch viel zu leicht.
Die AEG, die in ihren Laboratorien mit der Konstruktion von Magnettonträgern beginnen wollte, wandte sich daraufhin
an die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF) in Ludwigshafen. Während die BASF ein Kunststoffband mit
magnetisierbarer Eisenoxydschicht entwickelte, schuf die AEG in Zusammenarbeit mit Fritz Pfleumer jenes
Tonbandgerät, das 1935 auf der 12. Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin als
"Magnetophon K1" vorgestellt und der Prototyp aller heute gängigen Magnetbandgeräte wurde.
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AEG-Entwicklungslabor 1940 |
Obwohl Pfleumer durch die Zusammenarbeit mit der AEG zu jenen Glücklichen unter den Erfindern gehörte, die selbst
schon Früchte ihrer Entdeckungen ernten konnten, erlebte er den weltweiten Durchbruch des Tonbandgerätes nicht
mehr. Fritz Pfleumer starb heute vor 55 Jahren, am 29. August 1945 in Dresden.
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Zu dieser Zeit hatten amerikanische Soldaten aber schon die deutsche Weiterentwicklung seiner Erfindung als
Siegestrophäe aus dem Zweiten Weltkrieg im Gepäck.
Quelle: Holger Grigutsch, Dresdner Neueste Nachrichten
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